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Während die heute als Northumbrian Small Pipes bekannten Dudelsäcke sehr leise Instrumente sind, ist die Half Long Pipe ein
lautes Instrument, fast so laut wie die Great Highland Bagpipe, der bekannte Schottische Dudelsack, und wurde für Freiluftmusik und Tanzveranstaltungen verwendet. Die Half Long Pipe hat sehr grosse Ähnlichkeit mit der Schottischen
Lowland Pipe oder Border Pipe. Alle Northumbrian Pipes und auch die Schottischen Lowland und Border Pipes werden mit einem Blasbalg gespielt, im Gegensatz zur Great Highland Bagpipe, die mundgeblasen ist.
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W.A.Cocks und J.F.Bryan veröffentlichten 1967 unter dem Titel " The Northumbrian Bagpipes" ein Buch, das auf die verschiedenen Dudelsäcke in
Northumberland und im Grenzgebiet zu Schottland einging. Das Buch ist mit zahlreichen, in Zoll vermassten Zeichnungen versehen, die genau genug sind, dass nach ihnen Instrumente gebaut werden können.
Das vorliegende Instrument beruht auf einem historischen Stück aus den Jahren 1740 bis 1760 und wurde komplett von Reinhold Ege
gebaut - bis auf den Blasbalg, der von einer Scottish Small Pipe entliehen wurde..
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Gut erkennbar sind der Bag (Luftsack), der Blasebalg, die Melodiepfeife und die Drones (Brummpfeifen). Die Tenordrone (mittlere
Drone) überlagert auf dem Bild teilweise die Bassdrone, sodass der Eindruck entsteht, es wären nur zwei Drones vorhanden- es sind aber drei! Wie bei allen Northumbrian Pipes und Lowland Pipes stehen die Drones gemeinsam in einem Stutzen
(engl: common stock - eine Wortspielerei, die auch "von gemeinsamer Abstammung" bedeuten kann).
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Die Detailaufnahme zeigt rechts unten Teile der Melodiepfeife mit Grifflöchern. Der kurze Stutzen mit der grossen Öffnung ist das Blasrohr, durch das die
Luft in den Windsack gepumpt wird. Diagonal durch das Bild liegen die Drones. Oben rechts, der Stock, der in den Ledersack eingebunden ist. Er ist durch eine Messinzwinge verstärkt. Im Stock stecken die Drones. Die kurze Drone ist auf
den gleichen Ton gestimmt wie der Grundton des Chanters. Die mittlere Drone ist eine Oktave tiefer gestimmt. Und die lange Drone (auf dem Bild nur teilweise sichtbar) ist zwei Oktaven tiefer gestimmt als die kleine Drone. Die kurzen
Drones bestehen aus zwei Teilstücken, die lange aus drei, die verschiebbar angeordnet und damit stimmbar sind.
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Zum Bau :
Der Bag ist aus Rinderleder, sogenanntes Möbelleder, handgenäht und mit seasoning, einer Mischung aus Talg und Rinderklauenfett, gedichtet.
Ich habe alle Holzteile aus Elsbeere-Holz gedrechselt, das Holz wurde mit Danish Oil endbehandelt. Ich würde das Holz heute anders behandeln, nämlich ölen
und wachsen, weil so auch der Farbkontrast zu den Beschlagteilen stärker wirken würde.
Ich habe die Arbeitszeit nicht aufgeschrieben, schätze aber zwischen 150 und 200 Stunden. Da ich nicht kontinuierlich am Stück arbeiten kann,
erstreckte sich die Arbeit über ca 3,5 Jahre. Es ist nicht mein erster Dudelsack, den ich gebaut habe, sicher aber der schönste.
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Das einzige verwendete Metallteil ist die Zwinge am Stock, ein Messingring, den ich aus einem Wasser-Armaturenstück geschnitten habe. Die Ferrules, das sind
die Zwingen in der Mitte der Drones, da, wo sie zum Stimmen verschoben werden, sind aus Kuhhorn gedrechselt und sichern das Holz gegen reissen. Die Bottles am Ende der Drones (die weissen Teile) sind aus ganz gewöhnlichen Suppenknochen
(Rinderknochen) gedrechselt. Poliert sehen sie aus wie ganz edles Elfenbein.
Alle Verbindungen sind nach traditioneller Art mit Wicklungen aus gelbem Hanffaden gedichtet.
Die Rohrblätter (Tonerzeuger) sind umgearbeitete schottische Reeds für die Great Highland Bagpipe.
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Auf dem dritten Bild sieht man deutlich, dass in die Öffnungen der Bottles ein dunkles Holz (african blackwood - Grenadill)
eingesprengt wurde und in dieses ein schmälerer Ring aus Rinderknochen. Dadurch wird die Bottle oben teilweise geschlossen (die Orgelbauer sagen : gedackt), wodurch der Ton ruhiger und etwas tiefer wird.
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